Jahrgang 3 (1999), Heft 1 19. Juni 99

i n f o s - Z e i t u n g

Offizielle Zeitung des Informatik Forums Stuttgart e. V.

Inhalt

  • Mitgliederversammlung 99
  • Mitgliederentwicklung
  • Stammtisch 1.7.99
  • Kontaktmesse am 23.4.99
  • Aus der Fakultät Informatik:
  • Abschlussfeier 1999
  • 10 Jahre IPVR in Stuttgart
  • Herzlich Willkommen:
  • Prof. Th. Ertl
  • Prof. B. Mitschang
  • Dank an Prof. A. Endres
  • Kurzbericht zum SFB 467
  • Infotech gestartet
  • Es wird eng im Gebäude
  • Zaubermittel "Evaluation"
  • Vor 30 Jahren: Flug zum Mond
  • Fit für das Informatikstudium
  • Stellenbörse
  • 20 Jahre Fachschaft
  • Termine, Hinweise


  •  

    Mitgliederversammlung MV 99

    am 18.2.99

    TOP1: Formalia
    TOP2: Protokoll der 2. MV
    TOP3: Berichte
    TOP4: Haushalt 1998 und Mitgliederentwicklung
    TOP5: Rechnungsprüfung 98
    TOP6: Entlastung Vorstand
    TOP7: Wahl des Vorstands
    TOP8: Satzungsänderung
    TOP9: Ehrenmitgliedschaft
    TOP10: Haushaltsentwurf 1999
    TOP11: Mitgliedsbeitrags 2000
    TOP12: Rechnungsprüfer 1999
    TOP13: Künftige Aktivitäten
    TOP14: Verschiedenes

    Der infos-Vorsitzende, Prof. Claus, berichtete über das vergangene Geschäftsjahr. Der Kassenwart, Prof. Hieber, stellte der dritten Mitgliederversammlung den Haushaltsabschluss 1998 vor. Die Einnahmen entwickelten sich günstiger als veranschlagt, so dass der Verein einschließlich der Mitgliedsbeiträge für 99 im Februar 99 ein "Vermögen" in Höhe von rund 15.000 DM besaß. Prof. Gunzenhäuser erläuterte die Kassenprüfung. Die MV entlastete daraufhin ohne Gegenstimmen den Vorstand. Anschließend wurde der bisherige Vorstand für die Zeit vom 1.1.2000 bis zum 31.12.2001 wiedergewählt. Die MV dankte den drei Rechnungsprüfer(innen) für ihre aufwendige Arbeit.

    Der Satzungsänderung, den Namen "Kassenwart" in "Schatzmeister" umzuändern, stimmte die MV einmütig zu. Weiterhin beschloss die MV mehrheitlich, den Mitgliedsbeitrag unverändert zu lassen, den Firmen jedoch eine fördernde Mitgliedschaft durch einen um 500 DM erhöhten Beitrag anzubieten. Hieraus sollen vor allem die Preise und sonstige Unterstützungen finanziert werden. Dem Haushaltsentwurf 99 wurde mit der Maßgabe zugestimmt, dass der Vorstand je nach der Einnahmeentwicklung entsprechende Erhöhungen bei den Positionen vornehmen kann. Im Jahre 2000 soll erstmals über Ehrenmitgliedschaften diskutiert und ggf. beschlossen werden. Der Vorstand empfahl eine Liste von Aktivitäten, zunächst vor allem in den Bereichen Informationen für die Mitglieder, Vorträge, Veranstaltungen und verstärkte Einbeziehung der Ehemaligen, die die MV zustimmend zur Kenntnis nahm. Als Termin für die nächste Mitgliederversammlung wurde, der 17. 2. 2000, 17.00 Uhr festgesetzt.

    Im Anschluss an die MV referierte Prof. Dr. H.-J. Wunderlich sehr engagiert und anschaulich über das Thema "Der Master-Studiengang Information Technology an der Universität Stuttgart". Internationale Studiengänge krempeln das jetzige Ausbildungssystem um, so dass rege Diskussion entstand, die anschließend bei Brezeln und Wein noch mehrere Stunden fortgesetzt wurde.


     

    Mitgliederentwicklung

    Mit Stand vom 1.6.99 hat der Verein 198 persönliche und 36 Firmen-Mitglieder. Somit hat infos eine Größe erreicht, die eine organisatorische Anpassung erfordert. Es können nun auch neue Bereiche in Angriff genommen werden, insbesondere Empfehlungen und Publikationen. Besonders erfreulich ist der Zuwachs an neuen Firmenmitgliedern. Viele der Firmen haben ihren Firmensitz in der näheren Umgebung der Fakultät Informatik. Damit ist eine gute Voraussetzung für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Fakultät Informatik und der IT Industrie gegeben.

    Eine Reihe von Firmen haben bereits die bei der Mitgliederversammlung beschlossenen fördernden Mitgliedschaft angenommen.


     

    Stammtisch

    Am Donnerstag, dem 1.7.99 findet um 17.30 Uhr im Hörsaal 20.03 des Informatikgebäudes der nächste infos-Stammtisch statt. Gastredner ist Herr Jan Grothkast, Vorsitzender der Schul- und Volkssternwarte, Leinfelden-Echterdingen e.V., der zum Thema
    Die totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999 - Ein Nutzen für die Wissenschaft?
    sprechen wird. Herr Grothkast wird allgemeine Informationen zur Sonnenfinsternis geben und auf den wissenschaftlichen Nutzen des Ereignisses eingehen. Über den Vortrag und über weitere Themen kann anschließend weiter diskutiert werden. Wir hoffen auf rege Beteiligung.


     

    Kontaktmesse am 23.4.99

    Im April fand die zweite Kontaktmesse statt, die von infos organisiert und von der Fakultät Informatik gefördert wurde. Erneut waren 16 Firmen anwesend, die auf großes Interesse bei Studierenden und Wissenschaftler(inne)n stießen.


     

    Abschlussfeier 1999

    Die Fakultät Informatik hat am 23.4.99 mit Unterstützung von infos die zweite Abschlussfeier für die Absolventinnen und Absolventen der Informatik vor etwa 250 Anwesenden durchgeführt. Der Dekan, Prof. Rothermel, beglückwünschte die Diplomierten und Promovierten zu ihrer Leistung, Dr. H. Stüttgen, NEC Reasearch Labs Europe, Heidelberg, trug über "Multimedia - Herausforderung an Informations- und Kommunikationstechnologie" vor und schilderte den Übergang ins Berufsleben; der Studiendekan, Prof. Roller, musste die schwierige Aufgabe lösen, 140 Abschlüsse in gedrängter Form vorzustellen, und die infos-Vorstandsmitglieder Claus und Hieber übergaben die vier infos - Preise, und zwar für die beste Promotion und die drei besten Diplomzeugnisse des Jahres 1998. Beim anschließenden Empfang der Fakultät ergaben sich für die Teilnehmer(innen) zahlreiche anregende Gespräche.
    (Bilder)


     

    10 Jahre IPVR in Stuttgart

    Am 6. Mai beging das Institut für Parallele und Verteilte Höchstleistungsrechner IPVR seinen zehnten Geburtstag. Glückwunschadressen überbrachten der Prodekan der Fakultät Informatik, Prof. Plödereder, der Prorektor der Universität Stuttgart, Prof. Hein, und der Abteilungsleiter vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Herr Müller-Arens.

    Es fanden drei wissenschaftliche Fachvorträge zu Forschungsschwerpunkten des IPVR statt. Prof. Nicolas Georganas (Universität Ottawa) referierte zum Thema "Collaborative Virtual Environment". Den Bereich Robotik stellte Prof. Gerd Hirzinger (DLR Oberpfaffenhofen) mit seinem spannenden Vortrag über "Raumfahrt-Robotik-Spin-off-Potential auch für die Erde" vor. Dr. Chandra Mohan (IBM Research Almaden) beendete die Vortragsreihe mit seinem Beitrag "Transaction Processing and Distributed Computing in the Internet Age".

    Der Geschäftsführende Direktor des IPVR, Prof. Baitinger, moderierte den Ablauf und stellte die Leistungen des IPVR in Lehre und Forschung, in Projekten und Drittmitteln und in der fachlichen Ausrichtung und Entwicklung heraus. Anschließend konnten die rund 200 Gäste im Foyer in angenehmer Atmosphäre über die vielen angeschnittenen Fragen weiter diskutieren.


     

    Herzlich Willkommen:

    Bereits zu Beginn des Wintersemesters 98/99 hat Herr Prof. Dr. B. Mitschang seinen Dienst an der Universität Stuttgart angetreten. Er wechselte von der TU München an die Stuttgarter Fakultät Informatik und übernahm die Nachfolge von Prof. Dr. A. Reuter als Leiter der Abteilung Anwendersoftware.

    Zum 1. Juni 99 nahm Herr Prof. Dr. Th. Ertl seine Arbeit an der Fakultät auf. Er kommt von der Universität Erlangen-Nürnberg und tritt die Nachfolge von Prof. Dr. R. Gunzenhäuser als Leiter der Abteilung Dialogsysteme an.


     

    Dank an Prof. A. Endres

    Ende Juni 1999 wird sich Herr Prof. Dr. A. Endres offiziell von der Fakultät Informatik verabschieden. Prof. Endres trat in den 50er Jahren in die IBM ein und kam Anfang der 70er Jahre als externer Doktorand zur Stuttgarter Informatik. Nach seiner Promotion 1974 und nach einer mehrjährigen Lehrtätigkeit wurde er 1986 zum Honorarprofessor der Universität Stuttgart ernannt. Seit den 60er Jahren setzt er sich engagiert für die praxisbezogene Ausbildung und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ein. Nun, in seinem 67. Lebensjahr, möchte Prof. Endres aus der zeitaufwendigen Lehrtätigkeit entlassen werden. Die Fakultät dankt ihm herzlich für seine aufopfernde langjährige Tätigkeit für die Stuttgarter Informatik und hofft, dass er seine guten Kontakte zur Fakultät unverändert beibehält.


     

    Kurzbericht zum SFB 467

    Der Sonderforschungsbereich 467 untersucht "Wandlungsfähige Unternehmensstrukturen für die variantenreiche Serienproduktion". Ziel des SFB, an dem auch Arbeitsgruppen des IPVR beteiligt sind, ist es, ein theoretisch fundiertes Gesamtkonzept (einschließlich fachübergreifender Überprüfungen und Umsetzungen) für "wandlungsfähige Unternehmen" zu erarbeiten; denn diese Wandlungsfähigkeit wird immer mehr zum entscheidenden Erfolgs- und wohl auch zum Überlebensfaktor. Dies gilt auch für das produzierende Gewerbe. Produktionssysteme sollen als offene, dynamische Netzwerke mit ausgewählten Anlagen, Teilsystemen, Prozessen und Instrumenten dargestellt und in einer Modellfabrik (im Labormaßstab) realisiert werden. Ansprechpartner in der Informatik ist Prof. Levi.


     

    Infotech gestartet

    Mit Vorlesungen zum Angleichen Studierender unterschiedlicher Vorbildung hat der internationale Studiengang "Information Technology" Mitte April seinen Betrieb aufgenommen. Im kommenden Wintersemester beginnen die eigentlichen Master-Kurse. Ansprechpartner: Prof. Wunderlich.


     

    Es wird eng im Gebäude

    Das Informatikgebäude wird in "Achsen" gemessen: Eine Achse ist ein Raum mit einem (ca. 2,5 m breiten) Fenster. Die beiden Institute verfügen etwa über 300 Achsen für Büroräume, Rechner, Praktika, Projekte usw. (hinzu kommen allgemeine Räume der Fakultät). Im Institut für Informatik (IfI) sind ab dem 1.6.99 wieder alle Professuren besetzt, und es herrscht dort nun ein Fehlbedarf von n Achsen mit n>=10; im IPVR wird mit noch größerem Defizit gerechnet, sobald der letzte Lehrstuhl "Simulation großer Systeme" besetzt ist. Es ist also recht eng geworden, und Besserung ist kurzfristig in der Breitwiesenstraße nicht in Sicht. Die Fakultät hofft jedoch auf einen Neubau, der unter Leitung des Prodekans, Prof. Plödereder derzeit im Detail geplant wird.

    Über diesen Neubau und ob er Abhilfe schaffen wird oder - wie bei öffentlichen Bauten üblich - von Vornherein zu klein ist, soll in der nächsten infos-Zeitung berichtet werden.


     

    Zaubermittel "Evaluation"

    Wenn Bildungspolitiker(innen) heute eine Rede halten, so fällt fast immer das Zauberwort "Evaluation". Dahinter verbergen sich für jeden Studiengang ein Lagebericht, eine Selbsteinschätzung, eine externe Begutachtung, eine Herausarbeitung von Stärken und Schwächen, eine Liste von Zielvorstellungen und ein Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Situation. In Deutschland wurden bis Ende 1998 die Informatikfachbereiche an den Universitäten Bremen, Hamburg, Dortmund, Karlsruhe, Oldenburg, Paderborn, Rostock und Stuttgart evaluiert. Der auffälligste Nutzen einer Evaluation besteht in einem starken Zusammengehörigkeitsgefühl, welches alle die, die Evaluation durch Erstellen eines Lageberichts vorbereiten, erfasst. Die sich ergebenden Maßnahmen scheitern gerne an den finanziellen Aufwendungen.

    In den Niederlanden sind Evaluationen an der Tagesordnung, eine relativ unabhängige Behörde kontrolliert sie und spricht Lob und Tadel bis hin zu Abmahnungen aus. In Deutschland liefen die Verfahren sehr ähnlich ab, aber noch ohne eine zentrale Behörde. Von Anfang an war klar, dass die Länder irgendwann Evaluationen vorschreiben und von diesen die Mittelzuteilung abhängig machen werden. Dieser Zeitpunkt scheint nun gekommen zu sein: Das neue brandenburgische Universitätsgesetz enthält bereits eine entsprechende Weisung; andere Länder wollen folgen.

    Als Spezialfall der Evaluation kann man die "Akkreditierung von internationalen Studiengängen" ansehen, die im März 99 von der Kultusministerkonferenz beschlossen und derzeit zusammen mit der Hochschulrektorenkonferenz, einzelnen Universitäten und einigen Gesellschaften (z.B. VDI, GI) flächendeckend vorbereitet wird. Die Informatik ist von diesen Entwicklungen vielfältig betroffen, so dass der infos-Vorstand anregt, einen eigenen Arbeitskreis zu gründen. Wer darin mitarbeiten möchte, setze sich bitte bald (möglichst per E-mail) mit dem infos-Vorsitzenden, Herrn Claus, in Verbindung. Eine erste Sitzung soll Mitte Juli 99 im Informatikgebäude stattfinden.


     

    Vor 30 Jahren: Erster bemannter Raumflug zum Mond

    (von H. Spengler, Haus zur Geschichte der IBM DV)

    "Der erste Mensch, Neil Armstrong, setzt seinen Fuß auf die Oberfläche des Erdtrabanten."

    Am Sonntag, den 20. Juli 1969, 21h 17m 46s traf die Nachricht ein: "The EAGLE has landed". Edwin Aldrin und Neil Armstrong hatten die Mondfähre auf der Mondoberfläche aufgesetzt, währenddem Mike Collins im Mutterschiff (Command capsule) um den Mond kreiste. Tags darauf, am 21. Juli setzte Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf die Oberfläche des Erdtrabanten und eine halbe Stunde später folgte ihm Edwin Aldrin. Dies war die erfolgrei-che erste Hälfte einer einzigartigen Reise, die am 16. Juli, 9h 32m begonnen hatte durch den Start der Saturn V Rakete mit ihrer Nutzlast: Piloten, Mutterschiff und Mondlandefahrzeug in Cape Canaveral.

    Hinter dem "Fahrzeugsystem" stand ein in sich geschlossen arbeitendes, komplexes Computernetzwerk- und Kommunikationssystem, das während der ganzen Reise die volle Kontrolle -in Echtzeit- über das Fahrzeugsystem hatte, d.h,. der Apollo 11 Flug war restlos computergesteuert. Ausnahme: Den genauen Landeplatz bestimmten die Astronauten selbst. Referenzgeber in den Regionen von Erde und Mond waren Trägheitssysteme. Auf der langen Reise von der Erde zum Mond driftete das Raumschiff auf einer vom Keplerschen Gesetz determinierten Flugbahn.


    Die wichtigsten Elemente des Computernetzwerk-und Kommunikationssystems zeigt die obige Block-Abbildung.

    Rechts ist das Manned Space Flight Center Houston mit zwei Computer-Komplexen: das CCATS und das RTCC, letzteres ist "per Draht" mit dem Launch -Vehicle- Computer (C'0) verbunden, dieser mit den drei Stufen von Saturn V. In der dritten Stufe befand sich der Instrument Ring mit dem Steuercomputer (C'1). Dessen Funktionen zusammen mit 57 anderen Komponenten waren: automatische Navigation und Steuerung des Fluges, Überwachung physikalischer Größen (Mengen, elektr. Werte etc.) mittels Fernmessung (Telemetrie) und Vergleich mit Sollwerten sowie die Funkfernsteuerung.

    Der Ring wurde versorgt von vier 28Volt Alkali-Silber-Zink-Batterien mit je 350 Amperestunden Leistung. Sekunden vor "take-off" wurde die "Draht-Verbindung" gekappt, die bi-direktionale Funkbrücke (UHF) übernahm die gesamte Steuerung solange, bis sich Stufe 3 und Mutterschiff trennten, danach ging die Funkbrücke vom Mutterschiff (Command Capsule) direkt zu den rund um die Erde verteilten "stations", in der Mehrzahl "Ground", aber auch Flugzeuge, Schiffe und Kommunikationssatelitten. Vier um etwa 90º am Erdumfang verteilte Switching Centers hatten den kürzest möglichen Weg für alle eintreffenden Signale zu selektieren. Spätestens ab diesen Centers wurden öffentliche Fernsprechleitungen via ADSS und GRTS nach MSFC Houston benutzt.

    Der Mutterschiff-Bordcomputer (C'2) trat bereits vor dem Start in Aktion: Er überprüfte nach einem festgelegten Programm das Programm selbst sowie sämtliche Führungs-, Kontroll- und Messsysteme der Saturn V. Während des Fluges verarbeitete er alle Daten über Höhe und Geschwindigkeit der Trägerrakete. Er steuerte die Schwenkbewegungen der Triebwerke und damit die Richtung des Schubs, um automatisch auf vorgeschriebenem Kurs zu bleiben. Um Apollo 11 aus der Erdumlaufbahn herauszusteuern (translunar injection) veranlasste er die Zündung des Stufe 3 Triebwerkes. Als die errechnete Sollgeschwindigkeit erreicht war, schaltete er automatisch das Triebwerk wieder ab. Seine Speicherkapazität betrug 32768 Wörter zu je 28 Speicherstellen. Diese Kapazität war voll ausgelastet mit den Datenmengen, die gespeichert und rechnerisch bewältigt werden mußten.

    Völlig identisch mit dem Mutterschiff-Computer (C'2) waren zwei in Eagle arbeitende Computer (C'3 und C'4), die die Steuerung von "moon touch down" und "decent from moon" automatisch zu vollziehen hatten. Wie bekannt, kam es beim "touch down" zu der sehr kritischen Situation des "overload" dieses Computers, weil die auf ihn zuströmenden Datenmengen von Eagle und Houston nicht mehr von ihm bewältigt werden konnten. Die Crew ging in Abstimmung mit Houston auf Handsteuerung über und bewältigte die Gefahr, nachdem der Treibstoff schon bedrohlich knapp geworden war.

    Der Gesamtumfang des Guidance Systems kann im Rahmen dieses Beitrages nicht ausführlich behandelt werden. Aus diesem Grund soll jetzt noch auf den RTCC-Block eingegangen werden. Er hatte sämtliche Informationen zu verarbeiten, die der Überwachung der Apollo 11 galten und die für die Steuerung der einzelnen Flugphasen notwendig waren. Die Verarbeitung der einzelnen Informationen erfolgte mittels sieben Programmen, die zusammen das größte Programm-System ergaben, das bis dahin je für ein Projekt von Programmierern entwickelt worden war.

    P1:
    Kontrolle des Saturn-Abschusses einschließlich der Steuerung jener Maßnahmen, die für die Rettung der Astronauten im Falle einer Katastrophe vorgesehen waren;
    P2:
    Vermessung der Flugbahn der Saturn V;
    P3:
    Berechnung der einzelnen Flugpositionen des Raumschiffes für jeweils 40 Stunden im Voraus mittels eines zuvor eingegebenen mathematischen Modells;
    P4:
    Vergleich der Positionen laut Modell, also der Sollwerte mit den effektiven Positionsmessungen, also Ist-Werte der Radarstationen;
    P5:
    Berechnung von Kursmanövern und Korrekturbahnen inklusive Loslösung, Wiederandock- und Landesteuerung der Mondfähre Eagle;
    P6:
    Digitale Navigationsanweisungen an das Raumschiff;
    P7:
    Steuerung des Wiedereintritts der Apollokapsel in die Erdatmosphäre.

    Abschließend kurz zum CCATS-Block. Er hatte die Aufgabe, automatisch alle eingehenden Nachrichten, Meldungen und Daten nach Prioritäten/Dringlichkeit/Wichtigkeit - zu sortieren und die Ergebnisse auf den großen Wandbildschirmen in der Flugkontrolle auf den jeweils neuesten Stand zu bringen. Auch diente dieses System dazu, Befehle an das Raumschiff mit hoher Datenrate herauszugeben: mit 15000 Worten/sek. ("gesprochene Worte").

    Die mehrphasige Rückkehr der drei Pioniere wurde am 24. Juli beendet mit der Bergung der gewasserten Apollo 11 Kapsel aus dem Ozean.

    Eine insgesamt bewundernswerte Menschen- Astronauten- Wissenschafts- und Ingenieur-Leistung fand damit ihren Abschluss.


     

    Mentorenprogramm "Fit für das Informatikstudium"

    Die Fakultät führt im Wintersemester 1999/2000 ein Mentorenprogramm für Erstsemester durch. Ziel ist es, die relativ hohen Abbrecherquoten bis zum Vordiplom zu senken und den Kontakt zwischen Studienanfängern, Dozenten, der Fachschaft und den universitären Einrichtungen zu intensivieren. Das Programm besteht aus verschiedenen Bausteinen. Es wird eine hochwertige Schulung der Mentoren geben. Dies sind Studierende mit abgeschlossenem Grundstudium. Die Erstsemestereinführung der Fachschaft wird nun in der ersten Vorlesungswoche stattfinden, ebenso wie die Rechnereinführung. Herzstück des Programms sind wöchentliche Termine mit festen Kleingruppen von Studienanfängern. Inhalte dieser Treffen sind beispielsweise Themen wie Studienplangestaltung, Lerntechniken, Zeitmanagement, Prüfungsvorbereitung oder Kommunikationstechniken. Begleitend gibt es Sprechstunden der Mentoren und die Möglichkeit, zu bestimmten Terminen Übungsaufgaben unter Betreuung eines Tutors zu lösen.

    Dieses Programm findet kommendes Wintersemester zum ersten Mal statt, danach wird es evaluiert. Zuständig für die Organisation ist Dr. Hertrampf, tatkräftig unterstützt durch den Initiator Prof. Gunzenhäuser und die Fachschaft.


     

    Stellenbörse

    Wie bereits berichtet hat die Fakultät Informatik einen Dienst "Stellenbörse" im Internet eingerichtet. Hiermit ist zugleich ein Überblick über die laufenden Arbeiten der Fakultät verbunden. infos pflegt derzeit die entsprechenden Seiten, siehe: http://www.infos.informatik.uni-stuttgart.de/boerse
    Anfragen können auch per E-mail geschickt werden an: boerse@informatik.uni-stuttgart.de


     

    20 Jahre Fachschaft

    Wie schon in der letzten Ausgabe der infos-Zeitung erwähnt, fanden am 26.Februar die Feierlichkeiten zum zwanzigjährigen Jubiläum der Fachschaft Informatik und Softwaretechnik statt. Den etwa 160 Gästen wurde ein umfangreiches Programm geboten, die Redner beim Festkolloquium - unter anderem Prof. Schöning aus Ulm und Jörg Tauss (MdB) - hatten interessante Vorträge mitgebracht. Abends legte die Fachschaft "infobits - die Show" hin, es gab wohl zum ersten Mal eine echte Bühne im 20.01.

    Wer dieses Großereignis verpaßt hat, hat trotzdem Gelegenheit, sich noch ein kleines Stück vom Fest zu ergattern: Es gibt noch Restexemplare der umfangreichen Festschrift (110 S., Beiträge aus 20 Jahren Fachschafts-, Fachbereichs- und Weltgeschichte). Außerdem erfüllten wir endlich den nach den Shows oft geäußerten Wunsch und veröffentlichten die Informatiker-Songs in einem Songbook "Effiziente Algorhythmen". Beides ist in der Fachschaft erhältlich, also einfach beim nächsten infos-Stammtisch danach fragen.


     

    Termine

    Do., 1. Juli 1999, 17.30 Uhr, Hs.20.03
    infos-Stammtisch
    Die., 9. November 1999, 18.00 Uhr
    Arbeitskreis Industriekontakte
    Mo., 7.Dezember 1999, 16.40 Uhr, Hs.20.01
    Nikolausvorlesung
    (diesmal nachmittags, um auch infos-Mitgliedern und Ehemaligen die Teilnahme zu ermöglichen)
    Do., 17. Februar 2000, 17.00 Uhr
    infos Mitgliederversammlung

    Hinweise:

    GI-ACM Regionalgruppe
    Vortrag 1. Mittwoch im Monat
    Siehe auch www.uni-stuttgart.de/External/gi-rg-s/

    Informatik Kolloquium
    in der Regel Dienstag 17.00 Uhr
    Siehe auch www.informatik.uni-stuttgart.de/kolloquium/

    Arbeitskreis Industriekontakte
    Siehe vorige infos-Zeitung.
    Mitarbeit ist willkommen.
    Ansprechpartner: Prof. Hieber


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    Last modified: Wed Nov 17 11:23:03 CET 2004